ein Mitglied erzählt...

Ich darf mich zuerst mal vorstellen.


Mein Name ist Cordula und ich bin energetische Osteotherapeutin für Tiere. In meinem Beruf biete ich für Klein- und Großtiere Akkupunktur, Homöopathie, Osteopathie und Phytotherapie an.

Schon als Kind hatten Tiere, vor allem Pferde eine große Bedeutung in meine Leben. Reiten ist meine große Leidenschaft und so nahm ich auch sehr erfolgreich an Turnieren im Westernreiten teil. Meine größten Erfolge sind die deutsche Meisterschaft und der zweite Platz bei den Europameisterschaften.  Im Jahre 2000 habe ich die Schule für Osteopathie für Tiere erfolgreich beendet und von da an wurde ich zum richtigen Workaholic. Familie, Kinder, Arbeit … ich arbeitete ständig und da ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, war mir der Stress nie bewusst.

Ja und eines Tages bzw. Nachts war es dann soweit.                                                                                                                                                                     Über Nacht wurde ich gelähmt: von den Füßen bis zu den Knie und von den Händen bis zum Handgelenken. Meine Lungenfunktion war so schlecht wie die eines Vollasthmatikers.

Natürlich, wenn man im Nachhinein überlegt, haben sich schon vorher ein paar  Anzeichen bemerkbar gemacht. Obwohl ich ganz normal gegessen habe, habe ich innerhalb eines Jahres 19 Kilo abgenommen (von 58kg auf 39kg). Ärzte und auch ich selber dachten, dass ich an Leukämie  erkrankt bin. Bis zum „Zusammenbruch“ bin ich einfach nicht mehr hochgekommen.

Jetzt kam ich erstmal für vier Wochen ins Krankenhaus und anschließend in die Reha. Im Krankenhaus hat man alles untersucht, aber nichts wurde festgestellt. Unheilbar – war die Diagnose: entweder Chemo oder es wird nicht mehr.

Im Krankenhaus hat sich die Lähmung in meinen Händen verbessert und ich konnte selber den Rollstuhl bewegen. Nach dem 4wöchigen Krankenhausaufenthalt kam ich in die Reha, in der ich meinen neuen Lebensgefährten kennenlernte. Geändert und verbessert hat sich in der Reha  nichts.

Natürlich ging es mit meiner Psyche auf und ab. Es kamen Gedanken wie „mein Leben ist vorbei“ oder „ ich muss sterben“. Man muss sich vorstellen, von einen auf den anderen Tag ist das Leben, wie es bisher war, nicht mehr möglich. Jeder will über sein Leben bestimmen: was man wann macht. Und von einen auf den anderen Tag war das für mich vorbei. Man kann über sein Leben nicht mehr bestimmen. Diese Einsicht war neben dem, das man sich nicht mehr bewegen kann, ein großer Schlag für mich. Früher habe ich bestimmt, was passiert und jetzt …. Genau diese Gedanken machten mir riesige Angst.

Irgendwann kam ich dann zu dem Entschluss: Mein Leben ist vorbei. Ich wollte kein Pflegefall für meine Kinder sein. Und genau ab diesen Zeitpunkt, ab dem Moment, an dem ich keine Todesangst mehr hatte, ist die Selbstheilung stärker geworden. Ich hatte wieder Kraft und ich entschloss mich von den Ärzten zu entfernen. Durch mein Wissen als Osteopathin wollte ich mir selbst helfen.

Zuerst habe ich den Rollstuhl verbannt. Ich bin so lange auf den Boden rumgekrabbelt, bis ich wieder stehen konnte. Im Bett habe ich so getan, als würde sich mein Fuß bewegen und auf einmal hat er sich bewegt. Die Selbstheilung wurde stärker und stärker und nach einem halben Jahr war die Lähmungserscheinung fast weg.

Als ich ein bisschen gehen konnte, bin ich fast jeden Tag ins Schwimmbad. Im Wasser war das Bewegen und Stehen besser möglich. Durch das Training im Wasser habe ich meine Beweglichkeit fast wieder erreicht, die Kraft und die Ausdauer länger zu stehen oder zu gehen fehlten weiterhin. Eine Treppe hochzugehen war immer noch unmöglich. Aber es half nichts. Mein Lebensgefährte wohnt im 2.Stock und so musste ich nach oben. So habe ich beschlossen, ich muss mehr machen und trainieren.

Und seit September 2014 trainiere ich regelmäßig 3-mal in der Woche beim SV Wacker Burghausen / VitaSport. Durch das gezielte und auf mich abgestimmte Training hat sich viel verändert. Seit ich im Kraftraum trainiere ist meine Lungenfunktion wieder voll funktionsfähig. In einem Gespräch mit Tamara habe ich gemerkt, zuerst muss ich die Kraft aufbauen und dann steigert sich die Ausdauer. Wenn man die Kraft nicht besitzt eine Treppe hochzugehen, muss diese erstmal gezielt aufgebaut werden, bevor man die Treppe schneller hoch will. So haben Tamara und ich gemeinsam einen Trainingsgplan erstellt und auf einmal konnte ich zwei Stockwerke gehen und musste keine Pause mehr machen. Schön langsam hat sich die Kraft wieder aufgebaut. Ich kann beispielsweise wieder von der Hocke aufstehen und seit März 2014 arbeite ich wieder im kleinen Rahmen in meinem alten Beruf. Bis auf den Achillesehenreflex ist alles wieder da.

Für die Zukunft möchte ich weiterhin meine Kraft und die Ausdauerdauerfähigkeit verbessern und das Bindegewebe stärken, um vielleicht irgendwann Joggen oder Radfahren zu können, ohne platt zu sein. Und das gezielte und regelmäßige Training hilft mir dabei.                                                                                                                 Natürlich hat mein Körper noch nicht die 100% Belastbarkeit erreicht, aber ich bin glücklich und mein Leben erfüllt mich. Und mein Ziel ist 120 Jahre alt zu werden.

Durch den Willen etwas zu erreichen und das regelmäßige gezielte Training habe ich meine Lebensfreude wieder gefunden!

Cordula Horn

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